Hier möchte ich mich mit der Problematik der Instrumentenpflege befassen, die in allen Bereichen des Musizierens präsent ist – vom schulischen bis zum professionellen Niveau. Viele Musiker haben eine unerklärliche Angst vor möglichen Schäden an ihrem Instrument, insbesondere vor Rissen, Sprüngen und Brüchen. Bei manchen geht das so weit, dass sie sich nicht einmal trauen, die Saiten selbst zu wechseln – geschweige denn etwas darüber hinaus zu tun. Meiner Meinung nach muss ein Musiker solche Ängste überwinden, gerade weil alles am Instrument reparierbar ist. Wann immer ich die Gelegenheit habe, spreche ich dieses Thema an, um den Mythos der Unantastbarkeit des Instruments zu entkräften und es den Spielern näher und zugänglicher zu machen. Da solche Mythen meist aus Unwissenheit entstehen, möchte ich mit diesem Text die Violine und ihre Verwandten denjenigen näherbringen, die sie spielen.
Wenn man ganz am Anfang beginnt – also bei den ersten Schritten des Musizierens – ist es grundlegend, dass Kinder lernen, ihr Instrument nach dem Spielen regelmäßig vom Kolophonium zu reinigen und stets die Bogenhaare zu lockern, um sich eine Gewohnheit anzueignen, die sie später beibehalten werden. In späteren Jahren sollte man mit dem eigenständigen Stimmen des Instruments beginnen und schließlich auch den Saitenwechsel selbst durchführen. Das sind Dinge, die jeder Musiker wissen und ohne Angst vor Schäden beherrschen sollte.
Mit zunehmender Reife treten weitere Probleme auf, auf die ich später noch eingehen werde – Probleme, die ebenfalls selbstständig gelöst oder zumindest versucht werden können, bevor man einen Fachmann aufsucht. Meiner Meinung nach sind die Teile, die jeder selbst zu justieren versuchen kann:
- Steg
- Wirbel
- Griffbrett
- Saitenhalter
- Bogen
Steg
Beim Spielen entstehen neben dem Klang auch Vibrationen, deren Stärke vom Instrument, seiner Größe und den wirkenden Kräften abhängt. Diese Vibrationen können im Laufe der Zeit dazu führen, dass sich der Steg leicht von seiner Position verschiebt oder sich durch den Saitenzug verbiegt – meist in Richtung der Spannung. Dieses Problem lässt sich durch vorsichtiges Zurückdrücken des oberen Teils des Stegs beheben, wobei große Vorsicht geboten ist, um ein Brechen zu vermeiden. Es ist auch wichtig, vor dem Spielen stets die Position des Stegs zu überprüfen, da frühzeitiges Erkennen von Unregelmäßigkeiten eine weitere Verformung verhindert.
Wirbel
Auch hier kommt es durch tägliche Nutzung zu kleinen Veränderungen. Bei den Wirbeln äußert sich das entweder durch Durchrutschen oder durch Festklemmen. Im ersten Fall sollte der betroffene Wirbel herausgenommen, mit medizinischem Benzin oder Alkohol gereinigt und wieder eingesetzt werden. Meist ist das Problem damit behoben – falls nicht, kann der Vorgang wiederholt werden. Wenn das Durchrutschen nicht stark ist, aber dennoch das Stimmen erschwert, reicht es oft, den Wirbel mit weißer Kreide zu behandeln, um ihn vorübergehend zu fixieren. Wenn der Wirbel klemmt, ist die Situation kritischer, da dies leicht zu einem Bruch der Wirbelkastenwand führen kann, was ernsthafte Schäden am Instrumentenkopf verursacht. In diesem Fall sollte der Wirbel entfernt und mit spezieller Wirbelkreide oder Graphit behandelt werden. In beiden Fällen darf man nicht übertreiben, da zu viel Schmierung den gegenteiligen Effekt haben kann.
Griffbrett
Das Griffbrett ermöglicht ein „komfortables“ Spiel – je nach Zustand. Beim Spielen entstehen durch das Drücken der Saiten mit den Fingern Rillen. Je tiefer diese sind, desto größer werden die Probleme mit dem Ton, bis es schließlich unmöglich wird, einen sauberen Klang zu erzeugen – stattdessen entstehen nur Pfeifen oder Kratzen. Dieses Problem wird durch das Glätten des Griffbretts behoben. Dieser Vorgang kann je nach Dicke des Griffbretts mehrmals wiederholt werden. Wenn das nicht mehr möglich ist, muss ein neues Griffbrett eingesetzt werden.
Saitenhalter
Bei diesem Teil treten keine besonderen Probleme auf, außer vielleicht bei den Feinstimmern und der Schlaufe, mit der er am Instrument befestigt ist. Feinstimmer und Schlaufe lassen sich leicht anbringen und entfernen. Die Schlaufe kann durch Abnutzung reißen und besteht aus verschiedenen Materialien – von Darm über Stahl bis Kunststoff. Letztere sind am häufigsten und lassen sich leicht austauschen, sodass auch ein Laie dies als Erste Hilfe erledigen kann, bis ein Fachmann die korrekte Entfernung des Saitenhalters zum Steg einstellt, was den Klang beeinflusst und von der Länge der Schlaufe abhängt.
Bogen
Obwohl der Bogen nicht direkt zum Instrument gehört, ist er ein unverzichtbarer Bestandteil – ohne ihn kann man nicht spielen. Daher muss auch er besonders gepflegt werden. Der regelmäßige Austausch der Haare, meist durch Fachleute durchgeführt, gehört zur periodischen Wartung und wird etwa alle sechs Monate empfohlen – je nach Abnutzung auch früher. Abnutzung zeigt sich durch schlechten Kontakt mit den Saiten und häufiges Auftragen von Kolophonium, um den Ton zu verbessern. Die Haare bestehen aus Rosshaar und sind unersetzlich. Es gab Versuche, sie durch Kunststoff zu ersetzen, aber das war erfolglos, da die mikroskopisch feinen „Zähnchen“ der Haare – ähnlich einer Säge – nicht nachgebildet werden können. Diese Zähnchen nutzen sich beim Spielen ab und verschwinden schließlich ganz, sodass ein Austausch nötig wird. Das Einzige, was man selbst tun kann, um den Austausch etwas hinauszuzögern, ist das Waschen der Haare mit heißem Wasser und Shampoo – wie beim Haarewaschen. Aber das ist nur eine kurzfristige Lösung und hält höchstens ein paar Wochen.
Die Pflege des Bogenschafts besteht im regelmäßigen Abwischen von Kolophonium und gelegentlicher Reinigung mit denselben Mitteln wie beim Instrument. Gelegentlich sollte auch die Schraube zum Spannen der Haare überprüft und bei Bedarf geschmiert werden.
Fazit
Abschließend möchte ich nochmals die tägliche Pflege des Instruments und seine gelegentliche Reinigung betonen. Ich empfehle nicht, dies selbst durchzuführen, da ungeeignete Reinigungsmittel den Lack ernsthaft beschädigen können. Wenn Sie es dennoch versuchen möchten, sollten Sie nur bewährte und bekannte Reinigungsmittel verwenden, um das Risiko zu minimieren. Auch hier ist Vorsicht geboten: Testen Sie das Mittel zunächst an einer kleinen Stelle, um die Beständigkeit des Lacks zu prüfen, bevor Sie das gesamte Instrument reinigen. Die Reinigung erfolgt mit einem weichen, sanften Baumwolltuch, wobei vorher geprüft werden sollte, ob Risse im Holz vorhanden sind, damit kein Schmutz oder Fett eindringt und spätere Reparaturen erschwert. Auf keinen Fall sollten Alkohol, Aceton oder ähnliche aggressive Mittel verwendet werden, da sie dauerhafte und irreparable Schäden am Lack verursachen können.